Leipzig hat jetzt einen Baby-Notarztwagen „Felix“ – Stiftung unterstützt Projekt mit 20.000 Euro

 Drei Leipziger Kliniken wollen das Spezialmobil fortan insbesondere für den sicheren und schonenden Transport von Frühchen in und um Leipzig nutzen. Foto: André Kempner

Drei Leipziger Kliniken wollen das Spezialmobil fortan insbesondere für den sicheren und schonenden Transport von Frühchen in und um Leipzig nutzen. Foto: André Kempner

Die Björn Steiger Stiftung übergab am Montag, den 3. April 2017, einen Baby-Notarztwagen für die Stadt Leipzig und die drei Projektpartner Klinikum St. Georg, Universitätsklinikum und Herzzentrum. Das Hightech-Spezialmobil soll künftig insbesondere für einen sicheren und schonenderen Transport von Frühchen eingesetzt werden. Die Stiftung „Leipzig hilft Kindern“ hat das Projekt mit 20.000 Euro unterstützt.

In Schleswig-Holstein mag man „Felix“ gerade nicht haben, anderswo – in Stuttgart und Lübeck – aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr, in Sachsen schon: Nachdem die Björn Steiger Stiftung mit „Felix“ bereits Chemnitz zu einem Baby-Notarztwagen verhalf, verfügt nun auch Leipzig über ein solches Spezialrettungsmittel, das insbesondere den Transport von Frühchen noch sicherer und schonender machen soll.

Als man sich 2014 mit dem Projekt der Stiftung befasste, seien Stadt, Klinikum St. Georg, Uni-Klinikum und Herzzentrum Leipzig übereingekommen, „dass wir so einen zusätzlichen Rettungswagen brauchen“, sagte Bürgermeister Heiko Rosenthal am Montag bei der Übergabe im Mercedes-Benz Stern Auto Center Torgauer Straße – nicht zuletzt mit Verweis auf den Geburten-Boom an der Pleiße.

Das Innere des Babynotarztwagens ist mit modernen Geräten ausgestattet. Foto: André Kempner

Das Innere des Babynotarztwagens ist mit modernen Geräten ausgestattet. Foto: André Kempner

Voll des Lobes über den rot-weißen Mercedes-Sprinter: die Projektpartner. „Wir transportieren Frühchen und Neugeborene nur ungern, aber ab und an ist es eben nötig!“, so Prof. Michael Borte, Chefarzt der St.-Georg-Neonatologie. Kollege Professor Ulrich Thome vom Uni-Klinikum verwies darauf, dass – als Spezialzentrum – viele kleine Patienten auch von weiter her in sein Haus kämen und man sie, sobald sie sich stabilisierten, auch besser wieder einer wohnortnahen Versorgung zuführe. Ihr Transport sei jedoch riskant und mit erheblichen Anforderungen verbunden, „die in normalen Rettungswagen nur unzureichend erfüllt werden können“, betonte Thome (im Gegensatz zu landläufig aus Schleswig-Holstein geäußerten Auffassungen). Kinderkardiologie-Chef Prof. Ingo Dähnert vom Herzzentrum argumentierte: „Unser Haus ist das einzige derartige Versorgungszentrum im mitteldeutschen Raum, von rund 300 Neugeborenen und Säuglingen, die im Jahr zu uns kommen, befindet sich die Hälfte in einem kritischen Zustand. Beim Transport mit ,Felix’ kommt nun gleich eine Kinderintensivstation zum Kind. Bereits während der Fahrt kann es behandelt werden!“ Diese Möglichkeiten biete auch kein Hubschrauber.

„Felix“, fünf Tonnen schwer, 163 PS stark, bettet Frühchen „auf Wolken“, sprich, er birgt ein ausgefeiltes Dämpfungssystem. Er hat einen mobilen Intensivarbeitsplatz plus einen quer zur Fahrtrichtung platzierten Transportinkubator, der Winzlinge etwa bei Bremsvorgängen viel besser schützt. Für den Kauf hatte die Steiger-Stiftung 200 000 Spenden-Euro gesammelt. „Auf Wunsch der drei beteiligten Kliniken gehen wir jetzt aber erneut auf Spendentour, um noch drei weitere Transportinkubatoren anzuschaffen. Einer kostet immerhin 100 000 Euro“, sagte Pierre-Enric Steiger, der Präsident der Stiftung, die das Spezialmobil schon mal als das „zweitbeste Transportmittel nach der Gebärmutter“ kommuniziert .

Der Leipziger ist der 18. Baby-Notarztwagen, den die Stiftung bundesweit etablierte. Jederzeit abrufbereit stationiert werde er in der Feuerwache Nord, hieß es bei der Übergabe am Montag.„Die Schirmherrschaft dafür ist die schönste, die je an mich herangetragen wurde“, fand Sachsens früherer Ministerpräsident Kurt Biedenkopf via Grußwort. Nun komme es darauf an, das Fahrzeug dauerhaft zu finanzieren. „Dafür benötigt die Stiftung weiterhin Unterstützung!“, warb Biedenkopf für ein fortlaufendes Sponsoren-Engagement.

Von Angelika Raulien (Leipziger Volkszeitung vom 4. April 2017)

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