Stiftung „Leipzig hilft Kindern“ – Geförderte Projekte vorgestellt

Am 26. November findet im Gewandhaus das jährliche Benefizkonzert zugunsten der Stiftung „Leipzig hilft Kindern“ statt. In diesem Jahr sollen mit dem Erlös knapp 20 Projekte in der Stadt gefördert werden. Wir stellen vier davon vor.

Auch mit den Mädchen und Jungen der Fairbund-Kita Zwergenland unternahmen die Handpuppen Juna (gelb) und Norwin (grün) schon ihre „Reise durchs Leben“. Archivfoto: Wolfgang Zeyen

Auch mit den Mädchen und Jungen der Fairbund-Kita Zwergenland unternahmen die
Handpuppen Juna (gelb) und Norwin (grün) schon ihre „Reise durchs Leben“. Archivfoto: Wolfgang Zeyen

Auf Socken mit zwei Socken
Das Ganze findet im Rahmen der hauseigenen Initiative „Hospizium bildet Kinder“ statt und richtet sich an den Nachwuchs im Vorschulalter. Protagonisten des jeweils auf sechs Tage und mit unterschiedlichsten Teilaspekten ausgelegten Angebotes sind die großen Stricksocken Juna und Norwin. Sie helfen den Hospizium-Mitarbeitern, mit Kindern über Abschied, Tod und Trauer zu sprechen. Dinge, mit denen sich Erwachsene für gewöhnlich eher schwer tun, die hier aber – sensibel verpackt – mit einem altersgerechten Konzept aufgegriffen werden. Immerhin: „Überall, wo wir schon waren, hatten Kinder ja tatsächlich schon Berührung mit dem Thema gehabt – ob es um Oma oder Opa ging, um ein geliebtes Haustier  …“, sagt Graf. Sie und ihre Helfer machten den „Sockenprojekt-Job“ lange Zeit ehrenamtlich, seit Frühjahr hat zumindest Graf eine feste Koordinatorinnenstelle inne. Acht Ehrenamtler sind dennoch mit im Boot. „Mit so einem Projekt hat man es schwer, an kontinuierliche Fördertöpfe zu kommen und ist somit immer wieder auf Spenden angewiesen“, sagt gGmbH-Geschäftsführerin Bianca Bretschneider. „Dabei sollten wenigstens die Ehrenamtler eine Aufwandsentschädigung erhalten. Und es fallen stets Sachkosten an“, erklärt sie mit Hinblick auf notwendige Dinge wie Computer, Beamer, Bastel- und Schreibmaterial, Radio-/CD-Spieler  und etliches mehr die Hürden fürs Weiterleben des Projektes.

Taktiles Kinderbuch für Leipzig und Addis Abeba
Wenn alles gut läuft, könnte das Buch 2018 vorliegen, denkt Henne. Aktuell seien bereits Leipziger Pädagogikstudentinnen in Addis Abeba und arbeiteten dort mit Kindern daran. „Hier in Leipzig suchen wir noch Mädchen und Jungen, die sich beteiligen“, sagt Henne. Die DZB werde das fertige Werk dann verlegen. In Leipzig wie Addis Abeba soll es an Schulen und Kitas verteilt, aber hier zu Lande auch im Buchhandel erhältlich sein. „Ein solches – noch dazu sehr aufwendiges Projekt – wäre freilich nicht ohne Fördermittel und Spenden machbar“, weiß Henne.

Förderung im „Kinderhafen“
Ihr Verein finanziere seine Arbeit zu 100 Prozent aus Spenden. Nach der Gründung habe man glücklicherweise ziemlich fix den Status der Gemeinnützigkeit erhalten, so dass es auch gleich ans Geldeinsammeln gehen konnte, „um die Um- und Ausbauten der ersten Betriebsstätte auflagenrecht umzusetzen und zu finanzieren“, wie Hartrampf sagt. „Ein ‚Pädagogisches Konzept‘ wurde fachgerecht erarbeitet, um die Bereiche der Gesundheitsförderung, Freizeitgestaltung sowie die Entwicklung der Bildungsprojekte zu strukturieren. Unsere erste Betriebsstätte konnten wir dann im November vorigen Jahres in der Karl-Ferlemann-Straße 23 in Lindenau eröffnen“. Mit Fachpersonal und ehrenamtlicher Hilfe würden in diesem „Kinderhafen“ aktuell bis zu 30 Kinder Wertschätzung und Vertrauen erfahren. „Um nun dem Bereich ‚Bewegung‘ auch bei schlechter Witterung gerecht zu werden, können wir nun Dank der Stiftung ‚Leipzig hilft Kindern‘ zum Beispiel einen Indoor-Bewegungsparcours in der Ferlemann-Straße bauen“, freuen sich Harttrampf und Mitstreiter. Das werde dann sicher noch mehr Kinder anziehen. Fürs nächste Jahr strebe man daher auch an, die Betriebsstätte von Montag bis Freitag von jeweils 13 bis 18 Uhr öffnen. „Bisher hat der Kinderhafen nur jeden Mittwoch auf“, sagt Hartrampf.

„Verrückte Welten“ wirbelt für junge Patienten
Auf seiner Agenda hat der Verein zudem die pferdegestützte Therapie. „Das ,Handling’ eines so großen Tieres fördert das Selbstbewusstsein, steigert das Selbstwertgefühl der jungen Patienten“, erklärt Piontek die Sache, bei der sich der Hippo Sport Club am Elsterbogen als Partner erweist. Jährlich würden im Schnitt 25 in der Klinik stationär beziehungsweise teilstationär betreute Kinder und Jugendliche an dem Angebot teilnehmen.  Nicht zuletzt fördert der Verein schon seit Jahren die Theaterprojektreihe „Applaus!“. Ein kreativtherapeutisches/-pädagogisches Gruppenangebot, wie Piontek es nennt. Immerhin stehen da von A bis Z die Ideen der jungen Leute im Fokus. Das offenbare dann so manch’ Ressourcen und Fähigkeiten der jungen Akteure – und helfe letztlich bei ihrer Genesung. „Allein – für all das braucht es aber immer wieder auch neuer finanzieller Mittel aus Spenden“, gibt Piontek zu bedenken.

Service & Hintergrund

Das jährliche Benefizkonzert zugunsten der Stiftung „Leipzig hilft Kindern“ findet diesmal am 26. November um 20 Uhr im Gewandhaus statt. Es bietet allen Musikbegeisterten erneut die Möglichkeit, Kunst zu genießen und sich gleichzeitig für notleidende Kinder vor Ort einzusetzen. In diesem Jahr dirigiert Norbert Blomstedt das Event des Gewandhausorchesters. Die russische Sopranistin Julia Lezhneva übernimmt den Solopart und singt ausgewählte Arien von Georg Friedrich Händel und Wolfgang Amadeus Mozart. Zudem steht Ludwig van Beethovens 3. Sinfonie Es-Dur, op. 55 („Eroica“) auf dem Programmzettel.

Bereits seit vielen Jahren engagieren sich die hiesigen Stiftungs-Partner Gewandhaus, Sparkasse Leipzig, Leipziger Volkszeitung, Verbundnetz Gas AG und Porsche AG mit dem traditionellen Konzert für bedürftige Kinder und Jugendliche in der Region. In diesem Jahr werden zum Beispiel knapp 20 Vereine und Organisationen gefördert. So etwa Projekte von Ökolöwen, Schumann-Verein (er eröffnet einen SpielHÖRplatz) und Sächsischer Bläserphilharmonie; Projekte der Pro Bildung Leipzig-Ost gGmbH und des Vereins urban souls, von der Agentur Schutzengel Kinderpolizei, dem NFP-Zentrum am St. Elisabeth-Krankenhaus; vom Pavillon der Hoffnung, von der Stiftung Bürger für Leipzig, im Haus Leben sowie beim Förderverein pro Kinder und Jugendlicher, in der Generationenhof gGmbH, bei Deutschem Kinderschutzbund und Städtepartnerschaftsverein Leipzig-Herzliya.

Von Angelika Raulien (Leipziger Volkszeitung vom 23. November 2016)

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