Hüpfen und dabei Geräusche machen: Schumann-Haus eröffnet SpielHÖRplatz

Der SpielHÖRplatz im Schumann-Haus wird von Zweitklässlern der Grundschule „Clara Schumann“ getestet. Foto: André Kempner

Der SpielHÖRplatz im Schumann-Haus wird von Zweitklässlern der Grundschule „Clara Schumann“ getestet. Foto: André Kempner

Zunächst stehen da Spielgeräte aus Robinienholz und Traubeneiche, die Bildhauer Michael Grasemann gestaltet hat. Wer auf ihnen klettert, schaukelt oder rutscht, hört aber alsbald seltsame Klänge wie ein Rauschen des Windes oder einen Glockenschlag. Dafür ist Klangkünstler Erwin Staché verantwortlich, der mit Grasemann gemeinsam für das  Schumann-Haus in der Inselstraße 18 und die benachbarte Freie Grundschule „Clara Schumann“ einen SpielHÖRplatz gestaltet hat.

„Kulturelle Bildung mit Spielen und Musik zu verbinden, ist eine wunderbare Grundidee“, lobte Kulturbürgermeistern Skadi Jennicke (Die Linke), die am Freitag zur Freigabe des neuen Angebots gekommen war. Wie im Klangraum, der im Stil der Biedermeierzeit eingerichtet wurde, war es Stache wichtig, die Fantasie der Kinder anzuregen.

Im Klangraum werden an der Decke aufgehangenen Gegenständen wie Glasharmonika, Backform und Morsegerät, die entweder aus der Zeit Schumanns stammen oder auf technische Erfindungen dieser Zeit hinweisen, Töne entlockt. Auf dem SpielHÖRplatz sind im Holzgerät Erschütterungssensoren „versteckt“, die auf bestimmte Bewegungen reagieren. So erzeugen Kinder, die auf einem der drei Podeste hüpfen, verschiedene Geräusche. Sogar eine aus Seilen bestehende Harfe gibt’s – die wohl weltweit erste. Sie funktioniert wie ein richtiges Saiteninstrument, sodass gleich mehrere Kinder gleichzeitig rhythmisch und tänzerisch agieren können. So biete der Spielplatz einen schöpferischen Ansatz für alle, die mit Tönen, Klanggruppen und Geräuschen experimentieren möchten.

„Spielerisch können wir so auch eine Brücke in die Vergangenheit bauen, um Kindern die Zeit von Clara und Robert Schumann nahezubringen“, so Frank-Steffen Elster, Vorsitzender des Vereins Schumann-Haus. Investiert wurden rund 77 000 Euro, was beispielsweise durch Förderer wie die Stiftung für Kultur und Bildung der Rahn Dittrich Group, die Stiftung „Leipzig hilft Kindern“ sowie die Fördervereine der Institutionen ermöglicht wurde.

Der Spielplatz wird zunächst im Alltag von den Kindern der Freien Grundschule genutzt, die sie am Freitag mit einer Performance einweihten. Schulleiterin Sybille Nowak: „Unser Ziel ist es, generell Kreativität der Kinder anzuregen. Nun können sie durch Bewegungen beim Spiel Klänge erfahren.“ Der Spielplatz werde an den Wochenenden auch für die Besucher des Museums geöffnet sein, kündigte Geschäftsführer Gregor Nowak vom Schumann-Haus an. Nowak: „Wieder ist ein Meilenstein auf dem Weg des Schumann-Hauses hin zu einem künstlerisch-kreativen Zentrum der Musikstadt Leipzig gesetzt worden.“

Weitere Pläne gibt es bereits. Zum 200. Geburtstag von Clara Schumann im Jahr 2019 öffnet das erste Clara-Schumann-Zimmer Deutschlands.

Von Mathias Orbeck (Leipziger Volkszeitung, 19. September 2016)

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