Geförderte Projektgruppen unterstützen Kinder und stellen ihre Arbeit im Gewandhaus vor

Sportkoordinator Rainer Fehse und Rektorin Nancy Kallenbach von der August-Bebel-Grundschule. Foto: André Kempner

Sportkoordinator Rainer Fehse und
Rektorin Nancy Kallenbach von der
August-Bebel-Grundschule. Foto: André Kempner

Die Ferien sind da – ab in den Urlaub? Mancher Schüler kann davon nur träumen; das Portemonnaie der Eltern lässt oft keine Reisen zu. Ein unhaltbarer Zustand, fanden die Lehrer an der August-Bebel-Grundschule in Neustadt-Neuschönefeld. Viele Familien hier stehen finanziell nicht gut da, sind auf staatliche Leistungen angewiesen. 2013 gab es das erste Ferienlager mit 30 Kindern. Seitdem geht es immer nach der Zeugnisausgabe für zehn Tage nach Mlade Cezky, 100 Kilometer südöstlich von Prag. Das Angebot von Schule und der „Pro Bildung gGmbH“ wird immer beliebter – dieses Jahr waren 60 Schüler dabei. Sport treiben und toben, zusammen kochen: „Wir geben den Kindern den Freiraum, den wir ihnen sonst nicht bieten können“, erklärt Schulleiterin Nancy Kallenbach (40). „Und wir möchten, dass es kein Kind an unserer Schule gibt, das nicht mitfahren kann, weil die Eltern es nicht bezahlen können.“ Man baue eine ganz andere Beziehung zu den Kindern auf und profitiere davon auch im Schulalltag, ergänzt Sportkoordinator Rainer Fehse (39). Die Idee der Fahrten, die neben Spenden auf dem ehrenamtlichen Einsatz der acht bis neun betreuenden Lehrer basieren, überzeugte die Stiftung „Leipzig hilft Kindern“, die das Projekt unterstützt – neben 18 weiteren in diesem Jahr. Die August-Bebel-Schule und mehrere andere Akteure stellten ihre Projekte am Sonnabend im Gewandhaus-Foyer vor.

Gabriele Hegner, Heiko Schulze und Stefanie Schennerlein (v.l.) von der Sächsischen Bläserphilharmonie. Foto: André Kempner

Gabriele Hegner, Heiko Schulze und
Stefanie Schennerlein (v.l.) von der
Sächsischen Bläserphilharmonie. Foto: André Kempner

Die Sächsische Bläserphilharmonie hat im Auftrag der Obstland Dürrweitzschen AG und zusammen mit der Berliner Hanns-Eisler-Musikhochschule „Florentines Reise“ produziert, ein interaktives Abenteuerkonzert. „In 70 Minuten bringen wir den Kindern klassische Musik und die Wirkungsweise eines Orchesters näher“, erklärt Heiko Schulze, Geschäftsführer der Sächsischen Bläserphilharmonie in Bad Lausick. „Wir wollen diejenigen an die Musik heranführen, die mit ihr sonst nicht in Berührung kommen“, sagt Schulze, „das kulturelle Erlebnis eines Konzertes kennen viele gar nicht.“ 15 000 haben die Reise der Apfelblüte Florentine schon erlebt, es sollen noch mehr werden. Aber: Die  Aufführungskosten sind enorm – ohne Unterstützung geht es nicht.

Die Trainerinnen Melanie Thut und Luisa Rößner (v.l.) vom Deutschen Kinderschutzbund. Foto: André Kempner

Die Trainerinnen Melanie Thut und Luisa
Rößner (v.l.) vom Deutschen Kinderschutzbund. Foto: André Kempner

Nur durch Spenden ist auch das Suchtpräventionsprojekt „Free your mind“ des Deutschen Kinderschutzbundes in Leipzig möglich. Das Besondere: Nicht irgendein Dozent geht in die Schulklassen, sondern Schüler, die zuvor bei einem Camp fit gemacht wurden für ihre Aufgabe. Neben Präsentationstechniken werden Hintergründe zu Süchten vermittelt – von Alkohol, über Crystal bis hin zu Computerspielen. Das Projekt läuft bereits seit 1997; aktuell sind 14 Schulen im Boot, mehr als 30 Jugendliche wurden dieses Jahr als „Schülermultiplikator“ ausgebildet. Der Vorteil: „Von Schüler zu Schüler redet man auf einem anderen Niveau“, erklärt Luisa Rößner (20), die das Programm als ehrenamtliche Trainerin an der Lernförderschule Engelsdorf begleitet und früher selbst Schülermultiplikatorin war.

Thomas Pflanz und Rainer Bucher (v.l.) von der Björn-Steiger-Stiftung. Foto: André Kempner

Thomas Pflanz und Rainer Bucher (v.l.)
von der Björn-Steiger-Stiftung. Foto: André Kempner

Im Februar oder März 2017 soll der Baby-Notarztwagen „Felix“ seinen Betrieb in Leipzig aufnehmen. Das Fahrzeug steht unter der Regie von Uniklinikum, St. Georg und Herzzentrum. Der Babynotarztwagen kommt zum Beispiel zum Einsatz, wenn ein Frühgeborenes aus dem Umland in eine der Leipziger Spezialkliniken mit Neonatologie-Station gebracht werden muss. Die Ausstattung ist eine besondere: der Brutkasten steht quer und mittig zwischen den Achsen im Fahrzeug, es gibt ein erschütterungsfreies Federungssystem sowie eine besondere Schalldämmung. An Bord sind ein Neugeborenen-Notarzt, eine Intensivkrankenschwester für Kinder, Rettungsassistent und  Rettungssanitäter. Die Investition ist 560 000 Euro schwer; und auch der laufende Betrieb will finanziert sein, erklärt Thomas Pflanz vom Projektträger, der Björn-Steiger-Stiftung.

Von Björn Meine (Leipziger Volkszeitung vom 28. November 2016)

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